In einer insgesamt ausgeglichenen Partie zeigte unsere Mannschaft in den ersten 45 Minuten eine reife und taktisch disziplinierte Leistung. Von Beginn an wählte das Team eine abwartende Ausrichtung, verzichtete auf frühes Pressing und überließ dem Gastgeber bewusst weite Teile des Ballbesitzes.
Diese Strategie zahlte sich defensiv voll aus: Durch ein äußerst kompaktes verschieben der Ketten agierte Ruhla weitestgehend harmlos und fand kaum Mittel, um die sicher stehende SGN-Hintermannschaft ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Unsere Elf kontrollierte den Raum und zwang Ruhla zu einem weitgehend ideenlosen Ballvortrag.
In den eigenen Ballbesitzphasen blitzte das spielerische Potenzial immer wieder auf, wenn der Ball sicher durch die eigenen Reihen lief. Dennoch blieb der verdiente Lohn in Form einer Führung zunächst aus. Oftmals fehlte beim letzten Pass die nötige Präzision, oder eine unsaubere Ballannahme verhinderte den Torerfolg in aussichtsreichen Positionen. Wenn man sich dennoch bis zum gegnerischen Gehäuse durchkombinierte, mangelte es im Abschluss an der letzten Konsequenz.
Mit einem torlosen Remis ging es schließlich in die Kabine – ein Ergebnis, das als leistungsgerecht einzustufen war.
Die zweite Halbzeit war über weite Strecken von deutlichem Ballbesitz für den EFC Ruhla geprägt. Die Gäste hatten im Mittelfeld klar die Oberhand, wir bekamen keinen Zugriff auf die zentralen Räume und fanden kaum Möglichkeiten zur Entlastung. Durch fehlendes Nachrücken blieben unsere Offensivaktionen Stückwerk, sodass wir phasenweise nahezu ausschließlich in der eigenen Hälfte verteidigen mussten.
Der denkbar ungünstige Start in Durchgang zwei brachte uns allerdings früh ins Hintertreffen. Direkt nach Wiederanpfiff waren wir noch unsortiert, als Ruhla einen Angriff aus dem Zentrum heraus aufbaute. Der rechte Mittelfeldspieler wurde geschickt, zog bis zur Grundlinie durch und legte den Ball auf den Elfmeterpunkt zurück. Dort schloss Anton Reichard ab – der Ball ging durch die Beine von Niclas Schumacher zum 0:1 ins Netz (46. Minute).
Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. In der 53. Minute initiierten wir den Ausgleich mit einer zielstrebigen Aktion aus der eigenen Hälfte: Christian Haaß spielte einen scharfen Pass in den Mittelkreis auf Julian Wedemann. Dieser drehte sich stark auf und steckte perfekt in den Lauf von Manuel Schlundt durch. Aus spitzem Winkel schoss dieser das Spielgerät unter die Latte – 1:1.
Trotz der optischen Überlegenheit resultierten aus dem hohen Ballbesitz der Ruhlaer jedoch nur wenige klare Torchancen. Unsere Defensive arbeitete diszipliniert, verteidigte konsequent vor dem Strafraum und ließ nur wenig in die gefährliche Zone zu. Was auf dem Papier nach Dauerdruck aussah, war in letzter Konsequenz häufig zu unpräzise ausgespielt.
Insgesamt blieb es in Halbzeit zwei bei viel Defensivarbeit gegen spielbestimmende Gäste, aber mit einer effektiven Antwort auf den frühen Rückstand und einer geschlossenen Mannschaftsleistung gegen den Ball.
